Freitag, 2. November 2007
PURE EROTIK FÜR AUGEN UND OHREN - lasst uns live in die Augen schaun!
Alter Schwede, was fuer ein Stress!
Nächste Woche geht es auf grosse Deutschlandtour:
10 Maenner, die Musik machen und ein Mann, der natuerlich wieder den ganzen Applaus bekommt.
Ich kann mich noch an unsere Anfaenge erinnern, damals war das Konzept, in verschiedenen Staedten aufzutreten, noch ganz neu.
Die ganze Branche belaechelte uns als Phantasten und es klang ja auch zu verrueckt:
Jeden Abend eine andere Stadt, teilweise mehr als 20 Kilometer auseinander gelegen!
Auch die wilden Diskussionen über meine Idee mit auf die Buehne zu gehen werde ich nie vergessen.
Seitdem hat sich natuerlich unglaublich viel getan und ich muss mittlerweile schon selber auf meine Verdienste aufmerksam machen.
Kaum Einer wird sich auch noch erinnern koennen, dass wir die Ersten waren, die den Hutzwang unterliefen.
Heute ist es ja schon fast normal, ohne Kopfbedeckung aufzutreten.
Gleich wird unsere letzte Probe stattfinden und ich kann Euch versprechen, wir haben ein ganz tolles Programm zusammengestellt!
Eine Mischung aus meinen eigenen Songs und Klassikern von Sinatra und Co., die in dieser Form noch nie gespielt worden ist - ausser vielleicht in einem Paralleluniversum, aber ich will jetzt nicht zu sehr in die Biologie abschweifen.
Dazu haben wir natuerlich auch eine Menge Show-Einlagen, wobei ich mir noch nicht sicher bin, ob die Nummer mit dem Affenmann funktionieren wird, wir verhandeln noch mit den Bundesbehoerden.
Leider sind auch meine Experimente mit einem Hologramm, das mich vertreten sollte,
fehlgeschlagen – er will sich selbstaendig machen.
Das heisst, wir koennen uns live in die Augen schauen, liebe Myspace-Freunde!
Ich freue mich sehr, dass Ihr Alle kommen wollt und bin mir sicher, dass Ihr ebenso begeistert von mir sein werdet wie ich selber.
Spaetestens bei den Orgien, die wir nach dem grossen Erfolg im vorigen Jahr jetzt nach jedem Konzert veranstalten wollen, wird dann auch der letzte Zweifler auf seine Kosten kommen.

Bis Dahin,

Euer Tom

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Montag, 29. Oktober 2007
ICH GEGEN TONY MALENTE - Eine Pokernacht im Calypso Blue!
Ein enger Raum, die Luft heiß und stickig.
Dichter Qualm aus durchspeichelten Zigarren räkelt sich unter einer
schäbigen Funzel, die nur wenig Licht auf die vier Männer um den
kleinen Tisch wirft.
Ihre verschwitzten Gesichter ölen sich durch eine lange Nacht, die
Augen schwer behangen mit Tränensäcken.
Ich erinnere mich als ob es erst vorgestern war: die Pokernacht im
Calypso Blue in Las Vegas.
Es war mein letzter Tag, das 2 wöchige Engagement beendet und ich
hatte die Taschen voller Geld.
Karten hatte ich bisher nicht angerührt, keinen Cent in die hungrigen
Automaten gesteckt, denn ich mußte so schnell wie möglich raus aus
dieser Spielerhölle, in der sich verlorene Seelen und gescheiterte
Existenzen die Hand geben.
Gerade wollte ich zum Taxi fahren , da fragte mich Casino Boss
Tony"Big Fish" Malente, ob ich nicht doch noch Lust auf eine kleine
Partie Poker unten im Keller hätte.
Ich sagte ja, ein großer Fehler, aber wer versetzt schon den alten Tony?
Als sich die Tür öffnete sah ich sie alle versammelt, die
Pokerlegenden aus Vegas:
Jimbo Jones, Ugly Pete und den Typen, den sie nur Gumbo nennen, ein
grobschlächtiger Türsteher aus der 2nd street.
Ich wußte, daß die Jungs verdammt gut spielten, doch am Anfang hatte
ich eine Menge Glück.
Gumbo war als erster dran, er ging "All In" mit kleinem "straight
draw", ich erledigte ihn mit einem "Caro Flush, Pik7 high"
Eine Stunde später zog Ugly Pete plötzlich mit einem "raise" von
10.000$ davon.
Was sollte ich machen?
Zwei pocket pairs auf der Hand sah es gut aus für mich, was aber
hatte er?
Ich versuchte in seinem Gesicht zu lesen, aber er hatte sich schon
einen Lappen über den Kopf geworfen, der alte Hund.
Es konnte nur eine Antwort geben, ich ging "All In" mit 65.000$ -
alles, was ich in der Brieftasche hatte.
Kurzes Schlucken, dann schob er alle seine Chips in die Mitte des
Tisches: "Double Raise All In"
Mir blieb das Herz stehen, Pete grinste mich höhnisch an.
Noch eine Karte, dreh um, Alter Freund, was zeigst Du mir...
Klapp.
Die Karte glotzt mich an: "Blueberry Hill", ich kann es nicht glauben
- gewonnen, gewonnen gegen vier Könige.
Ugly Pete fängt an zu weinen.
"Scher Dich doch zum Teufel, Du häßlicher Vogel!"
Meine Freude ist schier grenzenlos.
Bleiben Tony und ich, er ein alter Haudegen, ich ein Teufelskerl.
Respekt zwischen zwei Großen.
Es fängt gut an für mich, zwei Asse "pocket house", kaum zu schlagen,
ich setze alles, Tony geht mit, der Showdown beginnt:
Langsam lege ich meine Asse auf den Tisch: Bamm, Bamm....
Tony grunzt, dann blättert er seine Karten vor mir hin: 1, 2...3 Asse!
Er hat gewonnen, ich alles verloren, die gesammelten Bandgagen, wie
soll ich das nur den Jungs erklären?
Wortlos stehe ich auf, nehme meine Handtasche und gehe.
Seitdem bin ich nie mehr in Vegas gewesen, nicht mal im Traum.
Was aus den Jungs geworden ist?
Ich weiß es nicht.
Ich weiß nur, dass ich in dieser Nacht zu einem ganzen Mann geworden
bin.


Bis Dahin,

Euer Tom

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Donnerstag, 25. Oktober 2007
MEIN AMOKLAUF
Heute morgen habe ich meinen ersten Amoklauf begangen.
Ich muß vielleicht dazu sagen, dass ich sehr schlecht gelaunt war, als ich aufwachte.
Das Gefühl, von aller Welt missverstanden zu werden hatte sich schon die ganze letzte Zeit über in mir angestaut und nun suchte ich einfach ein Ventil, um den ganzen Frust raus zu lassen.
Leider hatte ich kein dem Anlass angemessenes Werkzeug für meine Tat zur Verfügung, daher bin ich einfach schreiend durch die Straßen gelaufen und habe alle Leute angepöbelt.
Solche Aktionen werden ja nun nicht von jedermann befürwortet, aber für Diskussionen hatte ich nun mal keine Nerven und Argumente.
Außer natürlich das Recht des Stärkeren.
Ein schönes Recht, wie ich finde, vor allem, wenn man es aus einer höheren Position heraus wahrnehmen kann.
Vielleicht sollte ich doch noch in die Politik wechseln, wobei sich das demokratische Prinzip in unserer Band z.B. nicht bewährt hat.
Zu oft kann ich meinen Willen nicht durchsetzen und muß mich von anderen eines Besseren belehren lassen.
Nur gut, dass ich Argumenten nicht zugänglich bin.


Bis Dahin,

Euer Tom

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Donnerstag, 18. Oktober 2007
BOMBULLA.... und ich!
Hamburg, letzter Tag:
Heute will ich endlich den ..Großen Bombulla" besuchen, den Mann, von dem man sich erzählt, er habe schon Tote zum Leben erweckt und umgekehrt.
Ein Mann, ohne jegliche Bildung, der dennoch über höchste Weisheit verfügt.
Ein Mann, ohne Ehefrau, der dennoch nie alleine schlafen muß.
Leider weiß ich nicht, wo er wohnt, daher frage ich den erstbesten Blockflöter mit Hund.
Du kannst ihn nicht finden, er findet Dich", raunt der mir geheimnisvoll zu,"Aber es schadet auch nicht, wenn Du Dich Richtung St. Pauli hälst."
Wenig später laufe ich über die berühmte Reeperbahn.
Mir fällt auf, dass die Frauen hier sehr viel freier im Umgang mit dem anderen Geschlecht sind.
Mehrmals wird mir sogar richtiger Verkehr angeboten, den ich allerdings erstmal dankend ablehne.
Dieser zur Schau gestellter Geschlechtstrieb ist mir suspekt:
Vielleicht bin ich altmodisch, aber Sexualität ist für mich etwas, das man mit sich selber ausmachen muß.
Wie ich so sinnierend durch die Straßen streiche fällt mir erst gar nicht auf, dass überhaupt keine Menschen mehr zu sehen sind.
Und plötzlich sind auch die Häuser verschwunden, es ist, als ob sich alles um mich herum auflöst.
Langsam werde ich nervös, das scheint mir doch recht sonderbar zu sein, zumal sich auch der Boden mittlerweile verabschiedet hat mit einem meckernden Lachen.
Ich schließe die Augen, eine Ersatzhandlung, denn das Lachen wird immer lauter:
He He!
Ho Ho!!
Har Har!!!
----
Plötzlich Stille.
Ich öffne die Augen.
Der Raum ist weiß, ganz weiß.
Weiße Wände, weißer Boden, weiße Decke.
Ich blinzele.
Ein Tisch steht da und ein Stuhl, beide sind durchsichtig und können daher auch keine farblichen Akzente setzen.
Auf dem Stuhl sitzt ein Mann von sonderbarer Gestalt:
Weder groß, noch klein.
Nicht dick, oder dünn.
Der Große Bombulla!
Keine Kategorie scheint Anwendung zu finden auf diesen Mann, der mich unablässig anschaut mit einem Lächeln, das mich erröten lässt.
..Wie gefällt Dir mein Hut?"
Ich bin unsicher, einerseits möchte ich nicht unhöflich sein, aber andererseits hat er gar keinen Hut auf.
Ein Trick vielleicht.
..Besser als der meiner Tante!" erwidere ich.
Er grunzt.
..Du bist nicht dumm, zumindest nicht so, wie die Leute sagen-
Was führt Dich zu mir, hübscher Knabe?"
Lüstern fährt er sich mit seiner Zunge durch seinen langen Bart und etwas heraus, das er genüsslich zwischen seinen Zähnen verschwinden lässt.
Eine unangenehme Situation für mich.
Der Große Bombulla will sich mit feiner Erotik meines Geistes bemächtigen, aber ich muß doch heute Abend singend meine Fans erzücken, keine Zeit für Lustspiele, der Herr!
Ich haue ab, nur wohin?
Bombullas Zunge gleitet auf mich zu, glitschiger Belag dampft mir entgegen:
..Komm! Komm! Komm!"
Erneut schließe ich die Augen, ein guter Schachzug, denn augenblicklich befinde ich mich zurück auf der Straße, jetzt sind auch die Leute wieder da.
Normalerweise verachte ich sie, aber jetzt könnte ich sie grüßen, so emotional bin ich.
Was nur ist da eben passiert, ein Spiel meiner Fantasie?
Oder handelt es sich um eine Art Nebenrealität, in der es sich Bombulla gemütlich gemacht hat?
Eine wissenschaftliche Überprüfung täte Not, doch verändert nicht der Beobachter beim Beobachten das beobachtete Objekt? (Heidegger)
Nicht wenn er vorsichtig ist und Handschuhe trägt, meine ich.

Mal sehen, was wird.

Bis Dahin,

Euer Tom

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Montag, 15. Oktober 2007
LEICHTE MÄDCHEN!!!
.Wer einmal im Hamburger Hafen war, der wird nie wieder schlecht über Fisch reden."
Dieses alte Sprichwort kam mir in den Sinn, während ich mich durch ein Meer an Eindrücken kämpfte:
Schiffe, groß wie Häuser.
Zu Hunderten werden sie hier abgefertigt, doch es scheinen Tausende zu sein.
Beladen. Entladen.
Keine Pause. Keine Rast.
..Los,Los .. Weiter! Schneller!"
Der Ruf des Kapitals erschallt aus Tausender Kehlen.
Hebekräne, bedient von emsigen Arbeitern, befördern Gewürze und Geschmeide aus aller
Herren Länder in die riesigen Speicher.
Mensch und Maschine, beinahe freundschaftlich vereint sieht man sie hier.
Dazwischen starke, schöne Matrosen in ihren engen, verbeulten Hosen.
Sie schwitzen sehr stark, von der Arbeit.
Aber es riecht gut.
Und schon kommen sie hervor, die leichten Mädchen und Frauen der Stadt, ein paar junge Männer sind auch dazwischen, aber in Röcken.
Sie alle eilen herbei um vielleicht eine kleine Seefahrerliebe zu erleben, eine Matrosenromanze.
Kräftige Arme erwarten sie und werfen sie über die Schulter, wer kann, nimmt auch zwei gleichzeitig .. klassische Rollenverteilung, Hamburger Art.
Ich sehe und staune, ich beobachte und notiere.
Fremd fühle ich mich hier nicht, eher wie ein Außenseiter.

Ja, hier wollen wir auftreten, 4 Tage lang.
Spielen und Singen so gut wir können, vielleicht auch Tanzen.
Nachdem wir im Frühjahr schon einmal in den ..Fliegenden Bauten" gastiert haben, sind wir jetzt nur zu gerne bereit, uns noch einmal in dieses Wagnis zu stürzen.
Diesmal soll sogar Publikum dabei sein, habe ich gehört.

Bis Dahin,

Euer Tom

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DIE MENSCHEN SIND VERSCHIEDEN
Warum macht der eine eigentlich Musik, während der andere im Büro sitzt?
Warum ist einer Sänger, während der andere immer alleine in's Bett muß?
Oft zerbreche ich mir den Kopf wegen solcher Fragen und ich komme doch nur auf eine Antwort: die Menschen sind einfach verschieden!
Wobei sie natürlich sich dann immer noch vom Tier unterscheiden, mit Ausnahme von ein paar intelligenten Zirkusaffen vielleicht.
Kann man denn in einen anderen Menschen wirklich hineinschauen, also ganz tief in die Seele, dort wo es wirklich intim wird?
Natürlich nicht .. oder vielmehr noch nicht, sollte ich vielleicht besser sagen, denn heute hatte ich ein Erlebnis der ganz besonderen Art:
Ein älterer Herr, der bis auf die Tatsache, dass er ein großes Ei am Revers sitzen hatte, eigentlich ganz normal wirkte, sprach mich in der Pause vom Konzert an.
Ob ich denn schon mal vom ..Großen Bombulla" gehört hätte?
Schon länger nicht mehr, erwiderte ich höflich.
Ja, das wäre ein ganz besonderer Mann, der mir vielleicht helfen könne.
..Wobei denn?", fragte ich.
Das eben wisse allein der ..Große Bombulla", meinte der Mann mit einem geheimnisvollen Lächeln und schon war er wie im Nichts verschwunden, nur eine Karte mit der Adresse ..Hamburg, Reeperbahn, hinten links" warf er mir noch zu, während er langsam wegging.
Na, das trifft sich ja gut, dachte ich, da wollen wir ja auch morgen hin.
Ich denke, ich werde dann mal beim ..Großen Bombulla" vorbeischauen.

Bis Dahin,

Euer Tom

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IM CASINO
Ein tolles Konzert heute im Kurhaus in Baden Baden, direkt unter uns die wunderschöne Spielbank mit ihren vielfältigen Möglichkeiten sein Geld zu verjubeln.
Schon während wir spielen, spüren wir dieses Kribbeln in den Händen, eine unheimliche Spielsucht droht uns zu übermannen:"Auf zu den Kesseln, Männer!" heisst es daher direkt nach der fünften Zugabe.
Jeder von uns hat seine eigene Strategie, dem Glück auf die Sprünge zu helfen:
Marcus hat eine zweite Kugel dabei, die er immer unbemerkt in den Roulette Kessel wirft, diese mathematisch präparierteKugel jedoch landet immer nur auf ungeraden Zahlen, ein todsicheres Ding!
Leider entsteht schon nach kurzer Zeit Unruhe am Tisch und Marcus wird gezwungen, sein Gesicht in den sich drehenden Kessel zu drücken, ein schlimmes Bild..
Frankus, das Medium hat da schon mehr Erfolg, seine medialen Fähigkeiten in Kombination mit einer sehr konservativen Spielweise lassen ihn beträchtliche Summen gewinnen, die er noch am selben Abend in Alkohol umsetzen kann.
Über meine eigenen Verluste möchte ich an dieser Stelle lieber nicht reden, nur so viel:
Ein mißlungener Befreiungsschlag hat mich zu einem armen, aber unglücklichen Menschen gemacht.
Aber noch ist das letzte Wort nicht gesprochen, das Geld hol ich mir alles zurück beim nächsten Mal!

Bis Dahin,

Euer Tom

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NACKTE GROUPIES
Oft werde ich gefragt:"Tom, wie verhält es sich eigentlich mit den Groupies bei Dir und Deiner Band?"
Hier die erschreckende Wahrheit: Wir haben gar keine!
Ich weiß, ungläubiges Staunen begleitet das Lesen dieser Zeilen, indes, es ändert nichts an den harten Fakten:
Es gab und gibt keinen nennenswerten Kontakt zweideutiger Natur zwischen uns und den Frauen.
Erst gestern wieder wurde ich mir dieser bitteren Tatsache bewusst als wir in Essen gastierten.
Essen gilt ja als Perle des Niederrheins und gerade auch den ansässigen Damen sagt man eine gewisse Freizügigkeit nach, die z.B. in Westfalen in dieser Form nicht so gerne gesehen ist.
Da war die Enttäuschung natürlich groß als Frank auf der Suche nach etwas Zärtlichkeit nicht über einen herzlichen Handschlag hinaus kam.
Mir hingegen war wenigstens ein kleiner Erfolg beschieden als ich während der Autogramm-minute eine - wenn auch etwas halbherzige .. Umarmung genießen konnte.
Was will man machen, unsere Fans sind halt grundanständig oder schon lange in unglücklichen Beziehungen gebunden...

Bis Dahin,

Euer Tom

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Freitag, 12. Oktober 2007
Mein Alptraum!
Heute Mittag schweißgebadet aufgewacht, der immergleiche Alptraum hat sich erneut Zugang zu meinem Geist verschafft:
Kurz vor Konzertbeginn, ich fiebere dem Auftritt entgegen, doch auf einmal der Schreck-wo ist die Band?
Nichts. Niemand. Ich alleine hinter der Bühne.
Noch 3 Sekunden-langsam wird es eng, das Publikum verlangt nach seinem Idol.
Schon mischen sich die ersten Pfiffe unter die Buhrufe.
Ich kann nicht mehr warten,"Raus. Raus. Raus auf die Bühne!" hämmert es in meinem Schädel. Auch ohne die Jungs!
Und schon bin ich oben, getrieben von der Angst die Eintrittsgelder zurückzahlen zu müssen!
Dann der Spot- und auf einmal ist alles ganz klar: Die Band ist das Publikum, das Publikum ist die Band- da stehen sie, die doch eigentlich auf die Bühne gehören von ihrem eigenen Anspruch her und wollen mich beurteilen in meiner Kunst.
Frankus, das Medium spielt auf seiner Klarinette, aber es kommen keine Töne heraus, nur kleine Tränen.Eine gespenstische Szenerie!
Ich singe und tanze, doch von Applaus ist wenig zu spüren, nur ein grimmiges Knurren, das aus zehn Kehlen hervorgleitet und mir etwas Unsicherheit bereitet.
Das ist er, der rächende Bumerang, der zu seinem Herren zurückkehrt wie ein alter Hund zu seinem Knochen: Rache für gebrochene Versprechen und geschwollene Wangen.
Jetzt wollen sie sehen, wie auch einmal ich leiden muß!
Schluß.Ende.
Ich öffne die Augen.
Was mag dieser Traum bedeuten?
Manchmal kann man auch zu viel analysieren, oder doch?
Wer weiß das schon, in der heutigen Ausbeutergesellschaft!

Bis dahin,
Euer Tom

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Dienstag, 2. Oktober 2007
Wieder auf Tour! oder: Habe ich meine Band eigentlich noch im Griff?
Busfahren ist jawohl das unangenehmste an der ganzen Tourerei,
Du sitzt nur dröge rum und stierst aus dem Fenster und siehst die Welt vorbeiziehen-lang und weilig.
Was mir auffällt: Es gibt mehr Gewerbegebiete als noch vor 50 Jahren.
Ja, fast scheint es mir, als sei Deutschland mit Gewerbegebieten überschwemmt mittlerweile!
Schön ist das nicht, es fehlt ganz einfach die landschaftliche Abwechslung , die ich aber doch so nötig brauche für meine Inspiration!
So muß ich mir halt meine eigene Welt in der Fantasie des Gehirnes ausmalen:
Berge und Täler, aber mit Meer und Wüste als Kontrast dazwischen gesetzt.
So dämmere ich vor mich hin bis zur nächsten Raststätte und unweigerlich setzt ein quälendes Hungergefühl ein, das ich aber mit einer Art Nahrbrei erfolgreich bekämpfen kann.
Stunden später die Erlösung: die ersten Baumärkte und Möbelhäuser von Aschaffenburg tauchen auf und Erinnerungen tanzen förmlich vor meinem inneren Auge:
Hier haben wir letztes Jahr doch schon einmal gespielt - wird es uns auch diesmal gelingen, das Publikum unangenehm zu überraschen?
Was hat sich in diesem einen Jahr nicht alles geändert:
Wir alle sind älter geworden, wobei ich bei mir persönlich die Erfahrung gemacht habe, dass ich im Laufe der Zeit immer attraktiver werde- eine glückliche Kombination der Gene.
Sorgen bereiten mir aber die Jungs in der Band: schon seit gestern bemerke ich, dass sich gewisse Nachlässigkeiten einschleichen.
Da ist z.B. die Flasche Fenchelhonig, die ich erst nach Aufforderung gereicht bekomme, da ist das vergessene ..Herr" in der Anrede und da ist diese neue Angewohnheit von Jan Schneider, mir in die Augen zu schauen, wenn ich mit ihm spreche.
Für heute will ich es bei Drohungen bewenden lassen, aber ich werde das ganze aufmerksam beobachten in den nächsten Tagen.

Bis Dahin,
Euer Tom

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